Donnerstag, 23. März 2017

Herne besteht aus mehr als Bergbauruinen und Ruhrpottslang

Herne als angebliche Hochburg einer fehlerhaft-schnoddrigen Ruhgebietssprache glänzt auch mit idyllischen, futuristischen und modernen Sehenswürdigkeiten.

In den Medien gilt Herne als schmutzig und seine Einwohner als einfach sowie nahezu ungebildet. Die Komiker Atze Schröder und Jürgen von Manger, besser bekannt als »Tegtmeier«, haben Herne mit dem ihrem ganz eigenem Dialekt der Ruhrgebiet-Kleinbürger einen Stempel aufgedrückt und zugleich national bekannt gemacht.

Wo befindet sich Herne

Herne ist eine kreisfreie Stadt im Bundesland Nordrhein-Westfalen. und befindet sich mitten im Ruhrgebiet. Genauer gesagt, liegt die von einem Geographen exakt berechnete Mitte des Ruhrgebiets im Herner Ortsteil Röhlinghausen, im Vorgarten des Hauses an der Rolandstraße Nummer 49. Ein unscheinbarer grauer Stein markiert diesen Mittelpunkt des Ruhrgebietes.

Bergbau und Kokereien prägten das Gesicht von Herne

Die Herner Luft war zu Zeiten des Kohlebergbaus und der Kokereien tatsächlich verrußt. Kleidung, die im Garten zum Trocknen aufgehängt wurde, war nicht selten dreckiger als vorher und Atemwegserkrankungen, wie Asthma oder Pseudokrupp, hatten Hochkonjunktur.

Dann schlossen die Herner Bergwerke und nicht nur die Luft wurde sauberer, sondern auch die Stadt veränderte sich.

Großstadt Herne und die erste städteübergreifende U-Bahn der Welt

So ist es erstaunlich, dass Herne jetzt als zweitkleinste Großstadt Deutschlands gilt und über die erste städteübergreifende Untergrundbahnverbindung der Welt verfügt. Sie fährt vom Herner Wasserschloss Strünkede zur Universität Bochum und zurück. Eine weitere U-Bahn-Strecke bietet Herne auch nicht an, dafür aber verschiedene andere, sehr vielseitige Sehenswürdigkeiten.

Kulturelle und geschichtliche Sehenswürdigkeiten in Herne

Wer vom Mittelalter mit den Rittern, den Burgfräulein und den Folterkellern fasziniert ist, findet all das im Herner Renaissance-Wasserschloss Strünkede, dem Wahrzeichen der Stadt. In seinem Kern, einer mittelalterlichen Burg, werden stadt- und kulturgeschichtliche Sammlungen präsentiert und manchmal werden dort auch standesamtliche Trauungen abgehalten.

In dem Schlosspark Strünkede befindet sich eine alte Gründerzeitvilla im Jugendstil, die grafische Sammlungen und Sonderausstellungen zeigt. So kann der kunstinteressierte Besucher dort sogar Arbeiten von Pablo Picasso und Marc Chagall bewundern.

Die ehemalige Schollbrockmühle des Schloss Strünkede aus dem 19. Jahrhundert ist heute zu dem Schollbrockhaus umgebaut worden. In ihren Galerieräumen finden wechselnde Ausstellungen statt. Aus dem ehemaligen Stall ist heute ein gemütliches Besuchercafé geworden.

Herner Archäologiemuseum

Gerne wird das LWL-Museum für Archäologie in Herne auch von weiter entfernt wohnenden Gästen besucht. Dort werden 10.000 Funde aus der westfälischen Geschichte gezeigt, wie Schwimmsaurier, Urzeithamster, die Alchimisten-Küche, Münzschätze und Bomber aus dem Zweiten Weltkrieg. Den Besucher erwartet eine unterirdische Grabungslandschaft in der Größe von 3000 Quadratmeter. Die wechselnden, aktuellen Ausstellungen umfassen die neuesten Entdeckungen von Archäologen in NRW.

Wanne-Eickel wird „Herne 2“

In den siebziger Jahren wurde die Nachbarstadt Wanne-Eickel als »Herne 2« eingemeindet, so dass Herne ab diesem Zeitpunkt auch über das Heimat- und Naturkunde-Museum im ehemaligen Wanne-Eickel verfügt. Untergebracht in einer ehemaligen Volksschule bietet dieses Museum eine Ausstellung über die wichtigsten geschichtlichen Inhalte dieser Region: Eisenbahn, Bergbau, Kanalschifffahrt. So stößt der Besucher dort beispielsweise auf eine komplette Jugendstil-Einrichtung einer Drogerie von 1905, einer künstlerisch gestalteten Bude von 1900 sowie verschiedene historische Straßenbahnen und Loks. Ebenso befindet sich im Obergeschoss eine Naturkundesammlung aus der Ausschachtung des Rhein-Herne-Kanals.

Das Opel-Werk und das Opel-Museum

Ein wichtiger Arbeitgeber auch in Herne ist bis heute der Bochumer Automobilhersteller Opel, der jedoch im Jahre 2015 seine Produktion einstellen wird. Das private Opel-Museum in Herne zeigt verschiedenste Produkte der Marke Opel, wie vierzig Oldtimer, Nähmaschinen, Kühlschränke und Fahrräder.

Das neoklassizistische Rathaus und der Kirchturm im Schuhgeschäft

Das neoklassizistische Rathaus Herne wurde mit einer aufwändigen Fassadengestaltung gebaut. Auch die Gebäude des Behördenviertels um das Rathaus herum entstanden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts und sind architektonische Meisterwerke.

Ein besonderes Markenzeichen und immer wieder besonders interessant für Fotografen ist der denkmalgeschützte neugotische Turm der Pfarrkirche St. Bonifatius mitten in der Einkaufsstraße. Diese Kirche wurde neu auf einem Nachbargrundstück gebaut, der Turm der alten Kirche blieb jedoch erhalten und ragt aus einem Schuhgeschäft im Erdgeschoss heraus.

Das »Dorf« Teutoburgia und die hochmodern gestaltete Akademie Mont-Cenis

Die gemütliche, gepflegte Siedlung Teutoburgia mit den kreativ gestalteten Vorgärten ist ein beliebtes Ziel der Herner für Sonntagsspaziergänge. Diese ursprüngliche Bergbauarbeiterkolonie wurde liebevoll zur Gartenstadt Teutoburgia restauriert. Da kann man auch schon mal im Vorgarten eine kunstvoll aufgearbeitete Bergbaulore bestaunen.

Für Liebhaber der modernen Technologie bietet Herne eine ganz besondere Delikatesse: die Akademie Mont-Cenis. Auf dem ehemaligen Zechengelände Mont–Cenis wurde ein Gebäude mit der weltweit größten gebäudeintegrierten Solaranlage errichtet. Das Gebäude ist umschlossen von einer gläsernen Klimahülle, die für ein mediterranes Klima, fünf Grad wärmer als die Außentemperatur, sorgt. Diese mediterrane Atmosphäre wird von Wasserspielen, Palmen sowie Brücken im Inneren unterstützt. In der Akademie Mont-Cenis befinden sich Büros, eine Bibliothek, ein Café sowie die Fortbildungsakademie des Landes Nordrhein-Westfalen mit Hotelzimmern.

Diverse Veranstaltungen und das Volksfest: die Cranger Kirmes

Die Cranger Kirmes ist das zweitgrößte Volksfest Deutschlands und ein besonderes Highlight für Herne und Umgebung. Die Kirmes wird ab dem ersten Donnerstag im August für die Dauer von zehn Tagen veranstaltet und endet mit einem großen Feuerwerk.
Herne bietet zudem im Laufe eines Jahres auch eine Vielzahl weiterer Veranstaltungen an, wie das Lichterfest, Wanner Mondnächte oder das Boulevardfest.

Herne zeigt heute ein neues Bild, aber kaum neue Töne

Herne hat nach der Stilllegung der Hochöfen und des Bergbaus nicht nur seine Luftqualität verbessert, sondern auch das Aussehen. Allerdings wird Herne auch weiterhin den Ruf des typischen Ruhrpottslangs behalten, was Hernes Bekanntheitsgrad in Deutschland erhält und nicht ganz zu Unrecht bestehen bleibt. Ein aufmerksamer Zuhörer in den Einkaufsstraßen, Bussen oder U-Bahn-Gängen kann sich heute noch immer häufig an diesem einzigartigen Ruhrgebietsdialekt erfreuen.

Quellen/weitere Informationen:

http://www.lwl-landesmuseum-herne.de/
http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_StaedtischeGalerie
http://de.wikipedia.org/wiki/Heimat-_und_Naturkunde-Museum_Wanne-Eickel
http://de.wikipedia.org/wiki/Herne
http://de.wikipedia.org/wiki/Zeche_Mont_Cenis
http://www.opelmuseum-Herne.de/
http://www.herne.de/kommunen/herne/ttw.nsf/id/DE_7AUHSB_Veranstaltungen?open&l=DE&ccm=050055
http://www.lokalkompass.de/herne/leute/herne-ist-die-mitte-des-ruhrgebiets-d158379.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Bochum-Gelsenkirchener_Stra%C3%9Fenbahnen_AG

Vollautomatische Parkhäuser: Parkchauffeur mit Tresorgarantie

Statt in den dunklen Tiefen der Parkhäuser erst nach Parkplätzen und später sein Auto zu suchen, kann man seinen PKW einfach im Parkhaus abgeben.

 

Wie häufig hat man in amerikanischen Sendungen neidvoll bewundert, wie ein angesehener Hotelgast seinen hochwertigen Wagen vor dem Hoteleingang einem Chauffeur übergibt, der sogleich die lästige und zeitraubende Parkplatzsuche übernimmt. Will der wohlhabende Gast mit seinem Auto eine vornehme Dame ausführen, steht sein flotter PKW innerhalb von kürzester Zeit wieder vor dem Hotelausgang.

So ähnlich funktionieren auch die modernen, automatischen Parkhäuser. Bei ihnen müssen die Fahrzeuge zwar persönlich abgegeben und abgeholt werden, dafür ist der Wagen jedoch so sicher untergebracht wie in einem Tresor.

Grundlegende Funktionsweise der vollautomatischen Parkhäuser

Der Fahrer fährt sein Auto in ein Eingangstor, von dem, es je nach Größe der Parkhäuser mehrere geben kann. So erreicht er einen Übergaberaum oder eine Übergabestation, die oft einer Waschanlage ähnelt. Der Fahrer steigt aus, zieht die Antenne ein, holt sich ein Parkticket am Ticketautomaten und betätigt eine Starttaste. Nun beginnen die Roboter und die Technik ihren automatisierten Dienst. Der Wagen wird gewogen und vermessen, um ihm den optimalen Parkplatz zuzuordnen. Zudem wird von einem Scanner geprüft, ob sich niemand mehr im Wagen befindet. Dann wird das Fahrzeug computergesteuert auf einer Palette, einer Parkplattform, einem Kran oder von einem Transportwagen an einen Parkplatz oder ein Regalfach mit einer optimalen Größe transportiert.

Die Unterbringung der Fahrzeuge erinnert an die computergesteuerten Hochregallager von Versandhäusern, woher die Technik der vollautomatischen Parkhäuser auch stammt. Der Abholvorgang wird durch eine Chipkarte, dem Parkticket oder einer Smartphone-App ausgelöst, bei dem das Auto in einen Ausfahrtraum, bereits in Fahrtrichtung stehend, transportiert wird. Nach Zahlung der Parkgebühr kann der Fahrer diesen Raum mit seinem Auto verlassen.

Das Innere des automatisierten Parksystems wird von den Fahrzeugbesitzern zu keiner Zeit betreten. Die Benutzer fahren ihre Wagen lediglich in den Abgabebereich herein und aus dem Abholraum heraus. Die Parkhausverwaltung, Überwachung und die Fehlerdiagnosen erfolgen über Internet vom Parkhaushersteller oder -betreiber.

Vorteile der automatischen Parkhäuser

Die Vorzüge der vollautomatisierten Parksysteme zu den herkömmlichen Parkhäusern sind vielschichtig. Der bedeutendste Vorteil liegt in der besseren Nutzung von Parkraum, da auf Rampen, Zugangs- und Zufahrtwegen, Manövrierflächen sowie große Gänge verzichtet werden kann. Zudem wird durch die optimale Anordnung der Fahrzeuge eine höchstmögliche Anzahl an Parkmöglichkeiten geschaffen. Dies bringt enorme Vorteile in Innenstädten und in Wohngebieten mit zunehmender Parkraumnot.

Weitere Vorteile für den Nutzer sind das leichtere, schnellere Einparken und die höhere Sicherheit. Das nervtötende Umherfahren im herkömmlichen Parkhaus, um irgendwo doch noch einen kleinen, engen Parkplatz zu entdecken, sowie die Ängste beim Laufen durch ein dunkles Parkhaus entfallen. Das Thema Frauenparkplätze und Überfälle gibt es bei diesen automatischen Parkhäusern nicht mehr.

Weiterhin steht das Fahrzeug in diesem geschlossenen Parksystem wie in einem Safe, da sich keine Menschen darin befinden oder ihr Auto selbst steuern. Parkunfälle und Sachbeschädigungen am Auto werden vermieden. Ebenso ist das Fahrzeug vor Vandalismus und Einbruch geschützt.

Die Abgabe und Abholung des Fahrzeugs erfolgt barrierefrei im Erdgeschoss, was für Behinderte einen Vorteil darstellt.

Für den Eigentümer des vollautomatischen Parkhauses werden die Kosten für den Bau und den laufenden Betrieb minimiert. Da keine Personen dieses Haus betreten, kann auf Treppen, Lifts, Notausgänge, Brandschutz, ausreichende Beleuchtung und Belüftung, Einhaltung der Raumhöhen sowie Türöffnungsabstände ganz oder teilweise verzichtet werden. Da die Autos in dem Gebäude nicht fahren, sondern nur transportiert werden, bedeutet dies, neben der Kostensenkung für den Betreiber, eine geringere Abgas-, Geruchs- und Lärmbelastung.

Nachteile dieser automatisierten Parksysteme

Es ist ein eigenartiges Gefühl, wenn das eigene Auto in die Tiefen eines Parkhauses »abgeschleppt« wird. Da stellt man sich schnell die Frage, ob und in welchem Zustand das Fahrzeug wieder zurückgegeben wird.

Tatsächlich musste im Jahr 2001 ein vollautomatisches Parkhaus in Zürich bereits nach sechs Monaten wieder geschlossen werden, da es technische Probleme gab und in manchen Fällen die Herausgabe der Autos verweigert wurde. Inzwischen funktionieren die automatisierten Parkhäuser jedoch problemfrei und zuverlässig.

Allerdings ist zu beachten, dass diese Parkhäuser von Computern gesteuert werden. Die Vorstellung, was ein Hackerangriff, ein Virus, eine Fehlfunktion oder ein Ausfall eines Computers bedeuten würde, ist vermutlich die Ursache für die Vorbehalte einiger Benutzer gegen automatisierte Parkhäuser.

Wo gibt es moderne automatische Parkhäuser

Automatische Parksysteme für PKWs gibt es vorzugsweise in Städten mit Parkplatzproblemen, die sich beispielsweise in Korea, Frankreich, USA oder Japan befinden.Auch in Deutschland gibt es vollautomatische Parkhäuser, darunter zwei bedeutende am Düsseldorfer Flughafen und in der Dresdner Innenstadt.

Das vollautomatische Parksystem »Hauptstraße« in Dresden gilt als das momentan größte seiner Art in Deutschland. Es wurde 2005 von der Fa. Saalfelder Hebezeugbau GmbH gebaut und wird bis heute fernüberwacht. Das Parkhaus nimmt auf 635 Quadratmetern bis zu 192 Wagen auf. Die gesamte Gebäudehöhe beträgt 14,5 Meter. Dieses Parksystem besitzt sechs Etagen und drei Ein- sowie Ausfahrten. Es beherbergt ein hochtechnisches Transport- und Palettensystem mit festen wie auch verschiebbaren Regalen in seinem Inneren.

Auch im vollautomatischen Parkhaus der Fa. serva transport systems GmbH am Flughafen von Düsseldorf wurde die Software aus Palettenlägern abgeleitet. Der Einparkroboter, ein gabelstaplerähnliches, fahrerloses Transportfahrzeug, vermisst das Auto, stellte es auf einen passenden Platz und bringt es wieder zurück. Den Probebetrieb hat dieses Parksystem schon hervorragend gemeistert und es funktioniert fehlerfrei.

Eine kleinere, aber dafür besonders schnell arbeitende, vollautomatische Parkgarage bietet die Bosch-Niederlassung in Berlin-Charlottenburg ihren Mitarbeitern an. In diesem Parkhaus können 126 Autos auf 150 Quadratmetern untergebracht werden. Die Umrüstung der bisherigen herkömmlichen Tiefgarage auf ein vollautomatisches, platzsparendes Parksystem war kostengünstiger als ein Vergrößerungsumbau.

Quellen/weitere Informationen:

http://www.gizmodo.de/2010/09/29/the-cube-das-parkhaus-der-zukunft.html
http://www.focus.de/auto/ratgeber/autonomesfahren/autonomes-parken-das-parkhaus-der-zukunft_aid_924141.html
http://www.bauingenieur24.de/fachbeitraege/strategie/smart-parking-parkhaus-der-zukunft-eroeffnet-neue-marktchancen/1580.htm
http://www.openpr.de/pdf/282307/Das-Parkhaus-der-Zukunft-Neuste-Entwicklungen-in-der-Parkhaustechnik.pdf
http://www.mopo.de/news/vollautomatik-so-sieht-das-parkhaus-der-zukunft-aus,5066732,5818052.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Automatisches_Parkhaus
http://www.kommunaldirekt.de/content/1magazin/archiv/2000/2000_4/bau/09.html
http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/duesseldorf/nachrichten/parken-ohne-zu-parken-1.1115667
http://www.baulinks.de/webplugin/2005/0322.php4
http://www.welt.de/print-welt/article331545/Berlins-erstes-automatisches-Parkhaus-bei-Bosch-eroeffnet.html

Das parallele Weiterleben nach dem Tod im digitalen Netz

»Wenn ich sterbe, bin ich nicht mehr da.« Das war einmal. Jetzt gibt es DeadSocial, LIVESON, »If I die«, Planneddeparture, Semno und digitale Friedhöfe.


Es ist beruhigend zu wissen, dass man nach seinem Tod nicht so ganz vergessen wird. Wenn ein Geist auch tatsächlich nicht eine einzige Taste am PC mehr bedienen kann, so darf der Verstorbene jetzt doch im digitalen Netz »spuken« und weiter sein (Un-)Wesen treiben. Vielleicht bekommt er sogar einen Platz auf dem virtuellen Friedhof. Zudem besteht die Möglichkeit, eine digitale Inventur des Verstorbenen durchzuführen, die man dann seinen Erben stolz präsentieren lassen kann. Das Leben nach dem Tod eines aktiven Social Networkers kann jetzt gesichert werden, denn es wird an vielen Apps und Programmen gearbeitet, um für das Überleben im Netz gewappnet zu sein.

Verschicken geplanter Nachrichten und Posts nach dem Ableben

Man möchte der Tochter lebenslang einen Geburtstagsgruß schicken oder der Ehefrau mit einer lieben Nachricht am jährlichen Hochzeitstag seine ewige Liebe beweisen? Auch ein Post »Mir geht es gut auf der Wolke und was macht ihr so?« kann noch viele Jahre nach dem Tod die eigene Pinnwand am Leben erhalten. Jedoch auch Beleidigungen, Schuldzuweisungen oder das Strafen durch unangenehmes Stalken sind problemlos und vor allem leider straffrei möglich, was der Hauptkritikpunkt an www.DeadSoci.al ist.

Dieses kostenlose, soziale Netzwerk wurde von James Norris in London erschaffen, damit Nutzer nach dem Tode noch Nachrichten, Fotos, Videos, Statusmeldungen, Musik oder auch private Nachrichten in Facebook, Twitter und Linkedin zu den vom Nutzer festgelegten Terminen erstellen können. Wenn eine beauftragte Person des Verstorbenen den Tod bei DeadSocial meldet, fängt das Programm an, zu laufen.

Die in Israel entwickelte Facebook-App »If I die« funktioniert ähnlich wie DeadSocial, ist jedoch nicht kostenlos und muss von drei beauftragten Facebook-Freunden durch eine Todesanzeige in Gang gesetzt werden. Dann ist der Versand von Textnachrichten und Videos möglich.

Normalerweise besitzt das Facebook-Konto eines Verstorbenen einen so genannten »Denkmalstatus«, wobei die Pinnwand zwar für Postings geöffnet ist, aber Freundschaftsanfragen nicht mehr möglich sind. Bei Facebook und Twitter sollen die Angehörigen entscheiden, ob der Account des Verstorbenen gelöscht wird oder bestehen bleiben soll.

Imitierte Tweets nach Vorlage der Gewohnheiten des Verstorbenen

Nach dem Motto »Auch wenn dein Herz zu schlagen aufhört, wirst du weiter twittern.« kopiert und imitiert www.LIVESON.org zu Lebzeiten mit einem komplizierten Algorithmus das Verhalten, die individuelle Sprach- sowie Twittergewohnheiten des Nutzers. Noch vor dem Tod kann der User im Rahmen seines Schattenkontos überprüfen, wie LivesOn seinen Account weiterführen wird. Dabei hat er die Möglichkeit die so erstellten Tweets als gut oder schlecht zu markieren und somit seinen persönlichen Algorithmus mitzuprägen. Ein Beauftragter des Verstorbenen bestimmt nach dessen Tod die Ingangsetzung und Dauer der Laufzeit von LivesOn. Im Jahr 2013 soll dieser Onlinedienst verfügbar sein.

Die Vorteile, Bedenken, Probleme, Reaktionen sowie die unterschiedlichen Hoffnungen und Ziele der Nutzer, durch solch ein lernfähiges Programm mit einem kürzlich Verstorbenem kommunizieren zu können, verbunden mit einer Liebesgeschichte, ist Thema des Romans »Der Algorithmus der Liebe« von Laurie Frankel.

Digitale Friedhöfe und Social-Accountverwaltungen

Als kreatives und leicht zugängliches Werkzeug zur Trauerbewältigung wurden die Online-Friedhöfe www.strassederbesten.de sowie www.emorial.de entwickelt, wobei auch Facebook mit der Denkmalfunktion des Verstorbenen-Accounts ein ähnliches Ziel verfolgt. Die Einrichtung von virtuellen Grabmalen, einer Gedenkseite sowie einem Kondolenzbuch sind nur einige der Möglichkeiten auf diesen Seiten.

Im Laufe eines aktiven Internetuser-Lebens haben sich sehr viele Zugangsdaten, Präsenzen, Fotos sowie Benutzerprofile im weltweiten Internet angesammelt. Daher haben sich www.planneddeparture.com und www.semno.de darauf spezialisiert, den Erben diese Netzdaten möglichst übersichtlich zu präsentieren und eine Möglichkeit des Löschens oder Weiterführen zu eröffnen.

Digitale Nachtod-Aktivitäten sind heiß umstritten

Wenn man bedenkt, dass auch nach dem Tod bekannter Persönlichkeit noch unveröffentlichte Bücher und Autobiografien der Künstler herausgegeben werden, so ist die Idee nicht neu, einen Verstorbenen wieder aufleben zu lassen.

Es ist der Wunsch sehr vieler Menschen, nicht nach dem Tode vergessen zu werden oder irgendetwas zurückzulassen. Früher sollte ein Baum gepflanzt, ein Kind geboren und ein Haus gebaut werden, die den Verstorbenen überleben. Mit DeadSocial und LIVESON kann jeder Verstorbene unabhängig von seinen finanziellen Voraussetzungen im Rahmen des Internets nahezu unsterblich bleiben. Auch das Gefühl, den wichtigen Personen in seinem Leben nach dem Tod noch etwas mitteilen zu können, beruhigt den einen oder anderen Nutzer.

Dennoch jagt einem ein kalter Schauer über den Rücken, wenn plötzlich die Nachricht eines längst Verstorbenen im Posteingang eintrifft. Die Angst, dass es sich um schlechte, beleidigende oder angreifende Bemerkungen handelt, denen man der toten Person nichts mehr entgegensetzen kann und die momentan gesetzlich auch nicht belangt werden können, erhöht noch erheblich das schlechte Gefühl.

Ebenso werden Twitternachrichten von Verstorbenen für Realisten entweder langweilig oder verhindern ein Loslassenkönnen und behindern somit die Trauerarbeiten. Viele halten diese Netzwerke und Apps daher schlicht für geschmack- und pietätlos.

Gegen den Online-Friedhof und die digitale Nachlassverwaltung gibt es im Grunde wenige Einwände, zumal sie die Trauerbewältigung und die Nachlassbearbeitung auch erheblich erleichtern.

Quellen/weitergehende Informationen:

http://www.welt.de/wall-street-journal/article106375281/Tote-twittern-mit-DeadSocial-aus-dem-Jenseits.html
http://www.wallstreet-online.de/nachricht/4914857-deadsocial-soziales-netzwerk-lebenden-toten
http://www.rtl.de/cms/news/rtl-aktuell/deadsocial-der-erste-schritt-zur-unsterblichkeit-228bc-51ca-10-1135571.html
http://m.heute.de/ZDF/zdfportal/xml/object/26952612
http://blog.zdf.de/hyperland/2012/05/nachrichten-aus-dem-digitalen-jenseits/#comments

Sie stellen sich unseren Albträumen: die Ghosthunter Germany

Die meisten Menschen behaupten, sie würden nicht an Geister glauben. Dennoch
gruseln wir uns alle vor Übernatürlichem. Die Ghosthunter bringen Klarheit.


Ein immer wieder spannendes und ungelöstes Rätsel: Was passiert mit uns nach dem Tod? Für einige bedeutet der Tod das endgültige Ende der Existenz, für andere nur der Übergang in ein neues Leben als ein geistiges, himmlisches Wesen, als Geist unter uns oder als ein anderes sterbliches Lebewesen. Flehend nach Antworten wird jeder Nahtodbericht nach Hinweisen untersucht, was uns nach dem Tod erwarten wird. Stirbt ein geliebter Mensch, klammert man seine Hoffnungen verzweifelt an die Vorstellung, dass er noch als unsichtbarer Geist unter uns weiterlebt und wie ein Schutzengel an unserer Seite wacht. Alles ist möglich, wir können es nur leider nicht oder noch nicht beweisen.


Die Ghosthunter Germany suchen nach natürlichen Ursachen für Geisterphänomene

In ihrer Freizeit und ehrenamtlich widmet sich dieses Team der Erklärung von vermeintlich geisterhaften Vorkommnissen. Dabei reagieren sie auf die Anfrage von Personen, die unter paranormalen Phänomenen leiden und versuchen mit hochtechnischem Equipment und viel Erfahrung nachzuweisen, dass die Vorkommnisse auf eine natürlich erklärbare Ursache zurückzuführen sind.

Leider gelingt ihnen das nicht immer, worüber die Ghosthunter nicht traurig sind, denn eines ihrer Wünsche ist es, mal einem wirklichen Geist zu begegnen. Aber auch der Nachweis, dass es keine Geister und somit auch keinen übersinnlicher Spuk gibt, wäre ein durchaus lohnendes Ergebnis ihrer Bemühungen, denn im Vordergrund steht die Erklärung der Phänomene und die Beruhigung der betroffenen Menschen.

Nachdem die Ghosthunter Germany viel Literatur über Paranormales, Geister und dem Leben nach dem Tod studiert haben, kümmern sie sich jetzt mit hochtechnologisiertem Equipment und einem soliden Wissen sowie mehrjährigen Erfahrungen um diese merkwürdigen, unerklärlichen Phänomene.

Dennoch oder gerade deswegen ist diesem Team sehr bewusst, dass die Existenz von Geistern wissenschaftlich noch nicht nachgewiesen werden konnte. Der Großteil der Spuks lassen sich mit natürlichen Vorgängen, wie Vibrationen des Außenverkehrs, das Knacken oder Quietschen von Holz, klappernde Heizungsrohre, defekte Lüftungsrohren, fehlerhafte Wahrnehmungen oder das jämmerliche Maunzen der Nachbarskatze, erklären. Aber der Rest?


Hochwertige Ausrüstung und verschiedenartige, bewährte Methoden

Jeder im Team hat sein eigenes Equipment zur Geistersuche zusammengestellt. So rücken die Ghosthunter bei Observationen mit elektrischen Geräten im Gesamtwert von über 25.000 Euro an.

Darunter befinden sich unter anderem:

    Infrarot- bzw. Nachtsichtkameras,
    Akustische Aufnahmegeräte für elektronische Stimmen (EVP-Geräte),
    Infrarotbeleuchtung,
    Streulaser, mit dem man Bewegung von Übersinnlichem erfasst,
    Messgeräte für Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Luftdruck sowie elektromagnetische Felder,
    Diktiergeräte und
    Walkie-Talkies.

Zudem werden Wahrnehmungsuntersuchungen in angeblich spukenden Räumen durchgeführt. Dazu ist Mut, Stressaushaltevermögen und eine feste Persönlichkeit der Teammitglieder gefordert, denn dabei wird in absoluter Stille und Dunkelheit nur anhand der eigenen Sinne nach paranormalen Vorkommnissen geforscht. Sinnestäuschungen sowie adrenalinbedingte Halluzinationen sind dabei möglich. Daher wird jede Observation mit Geräten oder den eigenen Sinnen möglichst zu dritt durchgeführt. Oft wird der Geist auch gerufen oder angelockt. Zudem wird in manchen Fällen versucht, den vermeintlichen Geist mit negativen Aussagen über ihn zu provozieren, damit eine Reaktion sichtbar wird. Nach einem solchen mehrstündigen Einsatz wird das Film- und Tonmaterial ausgewertet – vielleicht sogar mit einem erstaunlichen Resultat.


Ansprechpartner bei Spukverdacht

Falls es im Haus ungewöhnlich knackt, klopft, raucht, unerklärliche Schatten zu sehen sind oder sich Dinge scheinbar grundlos bewegen, dann steht das Ghosthunter Germany Team per E-Mail und nach Absprache auch vor Ort zur Verfügung.

Ihre Hauptsitze sind in Pirmasens und Darmstadt, aber sie observieren Spukorte in ganz Deutschland und im Ausnahmefall auch im europäischen Ausland.

An diese E-Mail-Adresse kann man sich bei Spukverdacht jeder Art melden:
anfrage@ghosthuntergermany.de.

Man erreicht die Ghosthunter Germany auch über die Webseiten:
www.ghosthuntergermany.de und
www.geisternet.com .

Mehr als 150 Anfragen unerklärlich erscheinender Vorkommnisse erreichen die Ghosthunter Germany jährlich, wovon sie etwa fünf Mal die Lage vor Ort observieren und den Rest telefonisch oder per E-Mail klären.

Da das hochprofessionelle Team jedoch nur in ihrer Freizeit, dafür jedoch kostenlos, ihre Geistersuche ausübt, muss man manchmal ein wenig Geduld für die Antwort aufbringen. Sollten jedoch Kinder von unerklärlichen Phänomenen betroffen sein, wird der Fall vorrangig behandelt.

Wenn man allgemeine Anfragen zur Geistersuche stellen möchte oder eilige Hilfe benötigt, ist auch jeden Donnerstag zwischen 20 und 22 Uhr ein Skypegespräch mit den Geisterspezialisten gemäß der Webseite möglich:
http://www.geisternet.com/geisterjagd/ghosthunter-sprechstunde.html.

Beispiel: Untersuchung einer französischen Zitadelle ohne Geisterfund

Im Februar 2012 rückte das Ghosthunter Germany Team sogar bis zum französischen Lothringen aus, um in der »Zitadelle von Bitsch« dem Spuk der im 16. Jahrhundert verstorbenen Gräfin Agnes auf den Grund zu gehen. Gemäß der Überlieferung soll diese Adlige verhext worden sein, die sich daraufhin im feucht-dunklen Kellergewölbe der Zitadelle einmauern ließ und dort am Freitag, den 13., verstarb. Seitdem wurde sie mehrmals als spukende Frau im weißen Gewand von Zeugen gesehen.

Zehn Stunden untersuchte das deutsche Geisterjäger-Team den Keller und unterzog sich sogar der Wahrnehmungsprüfung in Dunkelheit und Stille des ehemaligen Lazarettraums im Keller.
Auch wenn nicht alle Empfindungen natürlich erklärt werden konnten, so zeigen diese Observation und die nachher ausgewerteten Aufzeichnungen keine deutlich paranormalen Vorkommnisse.

Die ganze Sendung von SPIEGEL ONLINE kann hier auf der Webseite der Geisterjäger gesehen werden:
http://www.ghosthuntergermany.de/events/49-geisterjaeger-ghosthunter-germany-bei-spiegel-tv-vox.html

Weitere Quelle:

http://www.news.de/gesellschaft/855237326/wenn-die-geisterjaeger-anruecken/1/

Rücksichtsvolles Benehmen am Büroschreibtisch

Im stressigen Büroalltag bemerkt man oft nicht, wann und womit andere Kollegen gestört werden. Da helfen einfache Verhaltensregeln.

Der Schreibtisch ist voller brandeiligem Schriftverkehr, die benötigten Ansprechpartner sind telefonisch nicht zu erreichen, der Computer arbeitet im Schneckentempo und die Bürokollegin gießt gerade in Seelenruhe ihre Pflanzenpracht auf der Fensterbank, während sie sich mit einem anderen Kollegen im Raum über den letzten Skiurlaub unterhält. Was sonst als auflockernder und freundschaftlicher Büroalltag empfunden wird, kann die Nerven in anderen Situationen ganz schön zum Zerreißen bringen. In solchen Fällen wäre es natürlich sinnvoll, den Störfaktor anzusprechen, denn die Zimmerkollegin wird nicht ahnen, in welchem Stress man sich befindet. Aber meistens sagt man nichts und kämpft sich schlecht gelaunt durch den Tag.

Solche Konflikte und auch viele andere Krisensituationen können durch Einhaltung gewisser kollegialer Verhaltensregeln verhindert werden. Die Beachtung der sozial rücksichtvollen Regelungen soll vermeiden, dass man seine Kollegen oder Kolleginnen unnötig nervt und so langsam zum »Mitarbeiter non grata« wird, der das Arbeitsklima im Büro stört.

Wenn man in einem Großraumbüro arbeitet oder das Büro häufiger von Kunden besucht wird, gelten strengere Regeln. Mit der steigenden Anzahl der Mitarbeiter oder Kundenkontakte wächst auch das Erfordernis nach allgemeingültigen, weniger individuellen Regelungen.


Individuelle Dekorationen und persönliche Gegenstände

 

Wenn man viele Stunden im Büro am Schreibtisch verbringt, ist es verständlich, dass man den Schreibtisch mit Fotos, kleinen Gegenständen, Geschenken der Kinder und ähnlichem dekorieren will, um eine für sich heimische Atmosphäre zu schaffen.

So werden die Fensterbänke und Böden um den Schreibtisch herum auch gerne mit kleinen und größeren grünen Pflanzen bestückt. Ein paar Bilder oder Poster an der Wand geben dem Büro dann gänzlich ein Wohnraum-Ambiente.

Dies alles ist möglich und zulässig, wenn der Vorgesetzte keine Einwände hat und die Schreibtischnachbarn sich auch noch wohl fühlen können. Verbote gelten dann für alle Arbeitnehmer. Diskriminierende Fotos, wie beispielsweise Nacktbilder, sind untersagt. Zudem ist das Büro ein professioneller Arbeitsort und präsentativ für das Unternehmen, was es auch weiterhin vor allem bei Kundenbesuchen zu bleiben hat.

In jedem Falle ist darauf zu achten, ob in der Hausordnung Verbote vorhanden sind und im Rahmen des Brandschutzes keine Fluchtwege versperrt werden.
Die Handcreme, Ersatzschuhe und die Kopfschmerztabletten sowie weitere persönliche Gegenstände können im Büro in Schubladen oder Schränken untergebracht werden, soweit sie nicht sichtbar irgendwo herumliegen.


Störende Gerüche: Essen, Trinken und Schweiß

 

Nicht nur für Diäthaltende, sondern auch für alle anderen Bürokollegen ist riechendes Essen eine Zumutung. Der Döner, die Pommes frites, das Jägerschnitzel oder das Mettbrötchen mit Zwiebeln ist außerhalb des Büros zu essen. Ist eine Küche oder ein Aufenthaltsraum vorhanden, sollte man es dort verzehren. Alternativ kann man zu geruchsarmen Mahlzeiten, wie Apfel, Müsliriegel, Obstsalat oder Leberwurststulle, zurückgreifen.
Bei unangenehmem Schweißgeruch sollte man kurz vor Feierabend den Mitarbeiter taktvoll auf den störenden Geruch aufmerksam machen, ebenso bei dem Einsatz von starken Parfüms oder frisch im Büro lackierten Fingernägeln.


Das leidige Thema: Lüften

 

Der eine mag es warm im Raum, der andere braucht Kühle für einen klaren Kopf. Je mehr Mitarbeiter im Raum, umso mehr Streitigkeiten kann es diesbezüglich geben. Demokratisch gesehen gilt: Die Mehrheit entscheidet. Dennoch ist eine gegenseitige Rücksichtnahme und Kompromissbereitschaft auch für das kollegiale Büroklima angenehm.


Alles, was zu laut ist: Radio, Telefonieren, Handy oder Privatgespräche

 

Das Hören von Radio im Büro ist ausdrücklich erlaubt, es sei denn, der Vorgesetzte zusammen mit dem Betriebsrat verbietet es. Bei Mehrschreibtisch-Büros bietet sich das Verwenden von Kopf- oder Ohrhörern an.
Jedes private oder berufliche Telefonat stört, wenn es zu laut geführt wird. Oft sind sich die »Schreihälse« Ihrer lauten Telefonstimme gar nicht bewusst. Ein Gespräch kann Abhilfe schaffen oder die nicht unübliche Absprache, dem lauten Telefonierer mit einer roten Karte sein störendes Verhalten vor Augen zu halten.
Bei längeren Privatgesprächen, falls sie erlaubt sind, empfiehlt es sich, rücksichtsvoll das Büro zu verlassen.
Privathandys sind, falls auch sie im Büro zugelassen werden, leise mit Vibrationsalarm zu schalten. Die geschmacklich sehr unterschiedlichen Klingeltöne könnten sonst ablenkend wirken.
Auch private oder längere betriebliche Unterhaltungen zwischen zwei Kollegen sollten nicht störend im Büro abgehalten werden, sondern im Flur oder in einem ruhigen Raum.


Sauberkeit, Sommerkleidung, Rauchen und Krankheit

 

Wenn es heiß wird, schwitzt man. Um das zu vermeiden, werden die Kleidungsstücke oft luftiger. Leichte Naturstoffe sowie das Verzichten auf Jacketts, Strumpfhosen oder auch Krawatten sind zulässig, nicht aber das Tragen von kurzen Hosen, Flipflops, achsel- oder bauchfreie Tops. Hier ist es ratsam, sich auch an die Kleidungsgewohnheiten der anderen Bürokollegen zu halten.
Ein Mitarbeiter, der an einer ansteckenden Krankheit leidet, gehört nicht ins Büro. Der Arbeitgeber ist gesetzlich verpflichtet, dass der Arbeitsplatz nicht krank macht, was für die Büronachbarn des schnupfenden Arbeitnehmers dann nicht mehr zutrifft. Aus Rücksichtnahme auf seine Kollegen sollte der erkrankte Mitarbeiter zu Hause bleiben.
Sauberkeit und Ordnung bezieht sich nicht nur auf die Arbeit, sondern auch das Umfeld, wie den gemeinsam genutzten Kühlschrank, das Leergut und das gebrauchte Geschirr. Letzteres ist am Ende des Arbeitstages zu spülen oder in die Geschirrspülmaschine zu räumen, das Leergut mitzunehmen und die eigenen verdorbenen Lebensmittel im Kühlschrank zu entsorgen.
Rauchen im Büro ist untersagt, weil es gesundheitsschädlich ist. Dies gilt zurzeit ebenso für die elektronischen Zigaretten.


Grüßen und unangemessene Neugier 

 

Das Grüßen ist ein absolutes Muss im Büroalltag. Jeder im Gebäude wird begrüßt, wobei der Rangniedrigere verpflichtet ist, als erstes zu grüßen. Das Zurückgrüßen mit der gleichen Wortwahl, wie man selber angesprochen wurde, ist immer angemessen.
Kritisch ist das neugierige Spähen eines Mitarbeiters auf den eigenen Schreibtisch oder Bildschirm, während man arbeitet oder E-Mails austauscht. Informationen, die nicht oder noch nicht öffentlich werden sollten, können dabei erhascht werden. Dies führt nicht nur zum unangenehmen Gefühl des Beobachtet Werdens, sondern auch zur versteckten Arbeitsweise. Dies ist mit den klaren Worten, dass diese Verhaltensweise massiv stört, zu unterbinden.

Quellen/weitere Informationen:

Montag, 20. März 2017

Formuladiäten: Vor- und Nachteile sowie Variationen der Abnahme mit Eiweißdrinks

Erbeer-Milchshake (c) Florentine / pixelio.de /  www.pixelio.de/media/160272
"Ab morgen nehme ich ab!"

Der Hosenbund quetscht sich inzwischen beim Sitzen schmerzhaft in das Bauchfett. Das Treppenlaufen ist mit immer lauteren Schnaufgeräuschen verbunden und man fühlt sich plötzlich unattraktiv.


"Wie kann ich schnell und einfach Gewicht verlieren?"

Da versprechen gerade die Formuladiäten mit ihren eiweißhaltigen Getränken, Riegeln, Pulver, Puddings oder Suppen rapide Erfolge ohne die unangenehmen Hungerattacken. Es werden verschiedene Formuladiät-Produkte angeboten, wie Bionorm, Slimfast, Herbalife, BCM, Modifast oder Almased. Ihnen allen liegt dasselbe Prinzip zu Grunde: Einzelne oder auch alle der drei täglichen Mahlzeiten werden durch drei bis fünf der hoch eiweißhaltigen Produkte ersetzt. Sie sind kalorienarm, enthalten jedoch die wichtigen Vitamine und Nährstoffe, wie Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in einer gesetzlich vorgeschriebenen Menge. Somit sollen Unterversorgungen des Körpers vermieden werden. Durch die erhebliche Reduzierung der täglichen Kalorienmenge wird eine schnelle Abnahme möglich.


"Für wen sind Formuladiäten geeignet?"

Diese Diätform ist vor allem für diejenige geeignet, die sich unterwegs, im Büro oder zuhause eine schnelle Verfügbarkeit und Zubereitung der Diätkost wünschen oder wenig Zeit zum aufwändigen Kochen finden. Auch das lästige Zählen von Kalorien, Punkten oder Fetten entfällt. Weiterhin kann das appetitanregende und verführerische Kochen und Einkaufen in der Abnahmephase umgangen werden. Der hohe Eiweißgehalt sorgt zudem für die Verminderung des Hungergefühls und verringert den Muskelabbau im Körper während der Diätphase. Da die täglich zugeführte Kalorienmenge je nach Formuladiät auf 800 bis 1200 Kalorien reduziert wird, ist eine rapide Abnahme von 0,5 bis 2 Kilos vor allem am Anfang ist wahrscheinlich. Diese Formula-Eiweißdiäten sind insbesondere für sehr stark übergewichtige Patienten geeignet, um erst einmal schnell Gewicht zu verlieren und die gesundheitlichen Beschwerden zu lindern. Solch eine "Fastendiät" sollte unter medizinischer Aufsicht durchgeführt werden.


"Hat diese Formuladiät mit ihren Eiweißdrinks auch Nachteile?"

Die Nachteile einer solchen Diätform sind schon in den ersten Tagen zu bemerken: Die Drinks, Puddings, Riegel oder Suppen werden trotz unterschiedlich angebotener Geschmacksrichtungen sehr eintönig und schmecken teilweise ein wenig künstlich. Zudem fehlt das Kauen, das durch ein erhöhtes Trinken und vermehrter Toilettenbesuch abgelöst wird. Anfänglich auftretende Kopfschmerzenb sind nicht ungewöhnlich. Sie sind Folgen der Entgiftung des Körpers. Das größte Problem an Formuladiäten ist in der Regel das Nichttrainieren von verändertem Essverhalten. Wenn jemand aus Trauer, Einsamkeit, Liebeskummer, Langeweile, Stress, Überforderung, Freude oder Enttäuschung isst, so wird er dies nach der Abnahme mit den Eiweißdrinks höchstwahrscheinlich auch weiterhin tun. Zudem muss sich der Stoffwechsel des Körpers erst wieder an eine höhere Kalorienmenge gewöhnen, die eine Nahrungsumstellung erfordert. Somit droht dem erfolgreichen "Fastenden" nach Erreichen seines Wunschgewichtes der "Jo-Jo-Effekt": die schnelle Gewichtszunahme. Um gesundheitliche Risiken im Einzelfall zu vermeiden, sollten vor dem Fasten mit einer Formuladiät ein Arzt aufgesucht werden.


"Eiweißdrinks sind für mich ideal, um abzunehmen. Wie kann ich den Jo-Jo-Effekt umgehen?"

Nach Erreichung des Zielgewichtes sollte eine Stabilisierung des Gewichtes mit einer entsprechenden Ernährungsumstellung erfolgen. Regelmäßige Bewegung würde die gesunde und schlanke Lebensweise ebenfalls positiv unterstützen. Hinweise, wie diese Veränderungen der Verhaltenweisen aussehen könnten, werden auf den Webseiten oder in den Packungsbeilagen der Formuladiätprodukte vorgestellt. Dennoch dauert es viele Monate und noch mehr Disziplin, bis sich eine festgetretene Gewohnheit dauerhaft ändern lässt. Z ur Hilfestellung und Unterstützung werden Formuladiäten in mehrmonatigen bis einjährigen Kompaktprogrammen unter ärztlicher Aufsicht angeboten, wie Optifast oder FormMed. Auch Formuladiäten, in denen nur ein oder zwei der täglichen Mahlzeiten durch Eiweißprodukte ersetzt werden, erzielen guten Abnahmen: beispielsweise BCM (auch als Gruppenabnahme möglich) oder Almased.


"OK, ich habe mich für meine persönliche Formuladiät entschieden!"

  • Ich mache vier Wochen eine Formuladiät.
  • Danach werde ich dann die behutsame Umstellung auf eine gesunde Mischkost durchführen.
  • Zur Unterstützung schließe ich mich eine Gruppe an.
  • Ich steigere meine tägliche Bewegung und meine Sportaktivitäten.
  • Auf jeden Fall werde ich meinen Arzt vor meine Abnahme und dem Fasten mit einer Formuladiät aufsuchen und mir sein OK dazu abholen.

Liebeskummer: Warum und was kann ich dagegen tun?

vergessen... (c) by-sassi / pixelio.de /
 http://www.pixelio.de/media/383101
Alles ist sinnlos.

Wer kennt das nicht? Das Subjekt meiner Liebe, Sehnsüchte und Träume weist mich zurück. Er / sie empfindet nicht annähernd dasselbe für mich, wie ich für ihn / sie - nicht mehr oder schon von Anfang an nicht. Ich habe gekämpft, gehofft, gebangt und verloren. Ein Gefühl der Minderwertigkeit schleicht sich ein. Ich war einfach nicht gut genug. Woran lag es? Was kann ich noch machen? Ich kann und will ihn / sie nicht aufgeben. Noch nicht jetzt! Ich kann meine Gedanken kaum noch auf ein anderes Thema lenken. Minütlich ringe ich mit mir, ob ich ihn / sie anrufen sollte, um die Sache zu klären und ihr / ihm nochmals meine Liebe zu bekunden. Alles im Leben erscheint plötzlich sinnlos ohne ihn / sie - ohne die Träume und Hoffnungen, die mich die letzten Monate genährt haben. Vielleicht hat er / sie bereits einen anderen Partner gewählt. Ich verfolge stalkerähnlich jede Rührung, Bemerkung oder Posting im Internet, die einen Aufschluss auf ihn / sie geben. Irgendwann habe ich es begriffen: Da ist wirklich nichts mehr für mich drin. Es ist vorbei und ich muss meine Hoffnungen und Sehnsüchte begraben. Alles andere wäre kraftzehrend, erniedrigend und vor allem sinnlos!

Ab diesem Moment geht die Liebeskummer-Hölle so richtig los. Mein Magen krampft und fühlt sich an, als ob ich einen Stein verschluckt hätte. Das Leben um mich herum verschwindet in einem Schwarz-Weiß-Grau-Nebel. Meine ganze Kraft versackt im Erdboden. Meine Zukunft? Es gibt keine Zukunft mehr ohne diese Person, die ich liebe und für die ich alles getan hätte. Niemals werde ich ihn / sie vergessen können.

Da hilft nur eins: Auf in den Kampf, um mir selber zu helfen.


Liebeskummer sind natürliche Entzugserscheinungen.

Erst einmal möchte ich wissen, warum ich solche heftigen seelische und sogar körperliche Symptome habe und stoße auf ein erstaunliches Phänomen: Drogenentzug. Oder genauer gesagt: Entzug der köpereigenen Glücksdrogen. Da gibt es Adrenalin, Endorphin und Dopamin, die mich in der Zeit des hoffnungsvollen Verliebtseins mit Glücksgefühlen, Energie und rauschartigem Wohlbefinden versorgt hat. Mit der Realisierung der Unerreichbarkeit unserer geliebten Person straft mich mein Köper mit einem radikalen Entzug vor allem des Dopamins. Ein kalter Entzug sozusagen.

Wieso hat es die Natur denn eigentlich vorgesehen, dass ich mich verliebe, wenn der Liebeskummer so grausam ist? Auch da stoße ich auf eine für mich erstaunliche These, dass die Liebe unter Partnern gewährleisten soll, dass der Nachwuchs zumindest ein paar Jahre von beiden Elternteilen aufgezogen und beschützt wird. Nett gemeint von der Natur, aber doch reichlich übertrieben mit dem Liebeskummerschmerz, finde ich.

Also zurück zum Thema Entzug. Was machen Drogensüchtige, wenn sie plötzlich keine Drogen mehr bekommen? Nach einer gewissen Zeit zeigt der Körper keine Entzugssymptome mehr und nach einem längeren Zeitraum verschwindet auch die psychische Sucht. Und schon wieder ist meine beharrliche Geduld gefragt, die ich noch nie hatte.


Was hilft oder "I can"!

Ich lese viele Tipps gegen Liebeskummer in den verschiedensten Foren, die beweisen, wie aktuell und brennend sowie dringlich dieses Thema allgemein empfunden wird. Da finde ich nett gemeinte Ratschläge wie: Sport oder Schokolade, Weinen, Musik hören, Liebesfilm sehen, Ablenken oder etwas Neues anfangen etc. Abgesehen davon, dass ich kaum noch Kraft und erst Recht keine Lust auf "neue Unternehmungen" habe, kann ich mir kaum vorstellen, dass Sport, Schokolade oder Liebesfilme mir helfen sollen. Ich bin überrascht, dass es mir nach einer längeren Fahrradtour tatsächlich besser geht. Aber der Schmerz im Bauch ist leider am nächsten Tag in voller Wucht wiedergekommen.

Je mehr ich im Internet stöbere, umso klarer wird mir, dass im Grunde tatsächlich nur die Zeit hilft. Zudem soll jeder mit Liebeskummer etwas finden, was ihm persönlich hilft, den Schmerz für kurze oder auch längere Zeit zu vergessen oder abzubauen. Die eine Person igelt sich zu Hause im Bett ein und weint einige Tage, ehe sie ein wenig erleichtertert und völlig erschöpft wieder Kraft für ein Leben nach ihm / ihr sammelt. Der andere wirft sich ins Menschengetümmel, besucht Konzerte, geht ins Kino, nimmt an jeder Party teil und verbringt halbe Nächte in den Kneipen, um den Schmerz für kurze Zeit loslassen zu können. Nachdem ich das gelesen habe, hole ich mir eine Tafel Schokolade, schalte einen Horrorfilm im Schlafzimmer an und gehe ins Bett. Das lenkt mich ganz persönlich ab, zumindest für kurze Zeit.

Ich lese, dass es garantiert besser werden soll mit der Zeit. Ich lese aber auch, dass ich loslassen wollen muss. Will ich das? Nicht wirklich. Aber ich muss. Die Wahrheit zwingt mich dazu. Wenn ich innerlich an meinem Angebeteten hängen bleibe, Andenken an ihn in einem schreinähnlichen Schrank aufbewahre, um sie / ihn täglich zu huldigen, wird es kaum oder gar nicht besser werden. Gerade in den Zeiten von Facebook, Twitter und anderen sozialen Netzen ist es gar nicht so einfach, den Kontakt zu einem Verflossenen zu unterbrechen, stelle ich fest. Er / sie postet, bloggt, nimmt neue Freunde an und all das wird argwöhnisch und eifersüchtig verfolgt, was nachvollziehbarerweise fast in auf den Ex fixierten Stalkeraktivitäten hinausläuft. So schwer es fällt und so sehr man sich nachher deswegen verflucht: Das Subjekt meiner hoffnungslosen Liebe im sozialen Web muss ich von meinem Zugriff bzw. meiner Überwachung entfernen und das so lange, bis sein / ihr Leben mich nicht mehr besonders interessiert. Nach ein paar Tagen unruhigen vor dem Computer Hin- und Hertigerns findet auch meine liebe Seele ein wenig Ruhe.

Ebenso sollte man die Andenken in einen dicken Karton in den Keller stellen, möglichst dahin, wo viele Spinnen sind und man nicht gerne reinfasst. Für meinen Schwarm würde ich sogar in Spinnen fassen, kommt die alte Sucht hoch! Also packe sowie lösche ich alles von ihm / ihr weg, was mich nicht loslassen lässt. Das ist eine sehr schwere Sache und es fühlt sich wie eine Beerdigung an, die ich nicht will. Aber umso schneller verschwindet der Schmerz, tröste ich mich.

Medikamente gegen Liebeskummer? Da kommt so langsam mein Stolz durch. Die Natur hat den Liebesschmerz vorgesehen, also werde ich auch ohne Chemie davon wegkommen. Zudem ist mir schon klar, dass ich aktiv selber handeln muss, um den Schmerz und die Trauer abzuschütteln. Durch Medikamente verlagere ich meinen Schmerz in den Ruhe-Warte-Status, der das Leiden unnötig grausam hinauszieht, ehe ich alles verarbeiten und im günstigen Falle Schlüsse daraus ziehen kann.

Wenn der Schmerz und die Niedergeschlagenheit allerdings zu stark wird oder zu lang dauert, werde ich dennoch professionelle ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.


Ich werde alles für MICH tun.

Aber bis dahin werde ich mich zu einem geduldigen Warten zwingen, meinen Liebeskummer, als ein natürlich-biologisches Phänomen hinnehmen und fürsorglich-liebevoll alles für mich selber tun, was mir hilft und Freude macht!